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Zum Ursprung des Werkvertrages

Von Rechtsanwalt Dr. Götz-Sebastian Hök


Nach heutiger Auffassung (in Deutschland) ist der Werkvertrag (§§ 631 ff. BGB) auf die Herbeiführung eines Arbeitserfolges gerichtet. Ein selbständiger Unternehmer stellt seinen Dienst einem beliebigen Dritten zur Verfügung, ohne damit in ein besonderes Treueverhältnis mit dem Auftraggeber einzutreten, das einen Dienstvertrag begründen würde.

Der Werkvertrag kam schon in sehr alter Zeit vor (Planitz, Deutsches Privatrecht, 1948, S. 165). Insbesondere die Kunstfertigkeit einer Person machte diese begehrlich. Für ihre Dienst erhielt diese Person einen Lohn, den Werklohn, der oftmals durch Taxen bestimmt wurde. Die Qualität der Leistung wurde von den Zünften überwacht (vgl. Planitz, Deutsches Privatrecht, 1948, S. 166). Der Auftragnehmer verpflichtete sich, das Werk rechtzeitig zu liefern. Der Besteller konnte bis zur Abnahme des Werkes die Nachbesserung verlangen. Bezeugt sind zudem Schadenersatzpflichten, Minderungs- und Wandelungsrechte des Bestellers. Letzterer hatte regelmäßig den Werkstoff zu stellen, der in seinem Eigentum verblieb. Der Unternehmer haftete dem Besteller für die unversehrte Rückgabe, der wiederum dem Unternehmer den Werklohn schuldete (Planitz, Deutsches Privatrecht, 1948, S. 166).

Im gemeinen römischen Recht unterstellte man den Werkvertrag der Miete (locatio conductio operis). Der Locator übertrug das Vorhaben dem Conductor in dem Sinne, dass es diesem oblag, das Werk herszustellen und an den Locator zu übergeben. Heute ist der Werkvertrag Arbeitsauftrag. Vielfach ähneln sich das römische und deutsche Recht noch heute. Unterschiede sind vor allem in bezug auf die Haftung für Sachmängel, die Gefahrtragung und das Zurückbehaltungsrecht festzustellen (Planitz, Deutsches Privatrecht, 1948, S. 166). Das französische Recht hingegen zählt den Werkvertrag (contrat d´entreprise) nach wie vor zu den Mietverträgen (contrat de louage d´ouvrage).

Der deutsche Werkvertrag ist heute ein Konsensualvertrag, gerichtet auf die erfolgreiche Leistungserbringung. Das Handwerk ist nach wie vor von zentraler Bedeutung, jedoch nimmt die Bedeutung der handwerksrechtlich organisierten Berufsgruppen ab, weil die deutsche Handwerkstradition im europäischen Wettbewerb ein Fremdkörper darstellt und weil Qualitätsstandards nicht mehr handwerksspezifisch sind. Gleichwohl hat das Handwerksrecht noch heute Bedeutung für die Frage, ob der Unternehmer das Werk selbst (intuitu persone) ausführen muss oder nicht. 

Die römisch-rechtlichen Überzeugungen und Begriffe sind noch heute in Gebrauch, z.B. in Südafrika (vgl. BK Tooling (Edms)Bpk v. Scope Precision Enigineering (Edms) Bpk 1979 (1) SA 391 (A)), in Botswana und in Schottland (vgl. Stewart & Anor v. Malik [2008] ScotSC 12 (29 April 2008)).

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Kanzlei Dr. Hök, Stieglmeier & Kollegen
Ansprechpartner: Dr.Götz-Sebastian Hök
Otto-Suhr-Allee 115,
10585 Berlin
Tel.: 00 49 (0) 30 3000 760-0
Fax: 00 49 (0) 30 513 03 819
e-mail: kanzlei@dr-hoek.de

Beitrag online seit Donnerstag, 25. April 2002     
Letzte Aktualisierung am Dienstag, 28. Januar 2014     
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